Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit - Blog von Heilpraktikerin Johanna Pfüller, Überlingen

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29. November 2017

Entspannungstraining – alles nur ein moderner Hype?

Warum wir lernen müssen, uns zu entspannen.

Als die Häuser noch nicht so sicher waren wie heutzutage und die Begegnung mit wilden Tieren zum Alltag gehörte, da stand Stress auf dem täglichen Plan. Denn nicht selten ging es ums nackte Überleben und das war sicherlich alles andere als entspannend. So gehören Stress, Angst und Anspannung seit jeher zum menschlichen Leben. Nun hatten unsere Vorfahren ja auch keine Entspannungskurse nötig, könnte man argumentieren.

Also alles nur ein moderner Hype der Gesundheitsbranche?

“STRESS” IM WANDEL DER ZEIT

Doch der Stress, mit dem der frühe Mensch konfrontiert war und welchem auch die heutigen Urvölker ausgesetzt sind, unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von dem Stress, von dem die Zivilisation der heutigen Zeit geplagt ist: der Dauer. Ging es ursprünglich darum, eine akute Gefahrensituation zu überstehen, stellte sich in aller Regel die folgende Frage: Kampf oder Flucht? Eine schnelle Entscheidung musste her. Aber egal, wie die Entscheidung ausfiel, die Vorbereitung des Körpers war stets die gleiche. Energie musste in die Muskulatur, “unnötige Energieverbraucher” wie etwa die Verdauung wurden heruntergefahren, der Herzschlag und der Blutdruck stiegen an um den Körper mit mehr Sauerstoff zu versorgen, die Konzentration war voll auf die Gefahr gerichtet und dabei wurde die Umgebung weitgehend ausgeblendet. Und nach recht kurzer Zeit war die Gefahrensituation überwunden, denn entweder hatte man das Tier besiegt – oder eben umgekehrt. Dabei wurden die Anpassungen des Körpers genutzt und somit ebenso eine anschließende Entspannungs- und Erholungsphase ermöglicht.
Doch wie läuft es heute ab? Wenn wir beispielsweise Stress am Arbeitsplatz haben und unser Chef uns zur Schnecke macht, dann können wir nicht fliehen, geschweige denn kämpfen. Wir sitzen fest und das oft über Wochen, Monate, Jahre. Unser Körper allerdings empfindet Stress nach wie vor auf demselben Weg. Dabei entstehen nun zwei Hauptschwierigkeiten. Erstens kann der Körper mit den Anpassungen wie beschleunigtem Herzschlag und gut durchbluteter Muskulatur in Armen und Beinen auf einem Bürostuhl nichts anfangen. Im Gegenteil: die Umstellung des Körpers verursacht Bauchmerzen, innere Unruhe und fehlende Konzentrationsmöglichkeit. Zweitens kann es passieren, dass der Körper eine neue Strategie wählt, wenn er festgestellt hat, dass Kampf oder Flucht nicht möglich ist. Diese dritte Option ist in der Natur z.B. bei Mäusen oder Opossums zu finden: sie stellen sich tot. Dabei fährt der Körper auf ein Minimum an Grundfunktionen herunter, d.h. kaum messbarer Herzschlag, extrem flache Atmung etc. um dem Feind zu vermitteln: ich bin schon tot, ich schmecke nicht mehr. Bei uns Menschen kann sich diese “Angststarre” sehr ähnlich äußern, typisch ist hier der Herzinfarkt.
Doch nicht nur die Arbeit kann Stress verursachen. In der heutigen Welt sind wir zu jeder Zeit mit Reizen konfrontiert. Werbung, Fernsehen, Internet, Zeitungen, Radio: zu jedem Zeitpunkt sind theoretisch alle Informationen abrufbar. Wer nicht ständig auf “Input” eingestellt ist, wird schnell zum “Outsider”, zumindest vermittelt und dies die Gesellschaft. Doch selbst wenn wir es wollen fällt es schwer, sich bewusst all der äußeren Einflüssen zu entziehen.
Auf Dauer bedeutet dies, dass unser Körper ohne Unterbrechung mit Stressimpulsen umgehen muss. Lange Zeit kommt er gut damit zurecht, doch irgendwann folgt meist der Einbruch. Spürbar wird dies möglicherweise durch Krankheit, Schlaflosigkeit, Depressionen, Aggressivität, chronischer Erschöpfung etc. Doch warum geschieht dies? Dafür müssen wir genauer verstehen, was bei Stress im Körper vor sich geht.

STRESS IST IMMER KÖRPERLICH!

Als Antwort auf einen Stressimpuls (und Gedanken können da ausreichen!) befiehlt das Emotionszentrum, welches sich relativ mittig im Gehirn befindet, dem Körper: Stresshormone produzieren! Daraufhin wird die Nebennierenrinde, die als “Käppchen” auf den Nieren sitzt, angeregt, einen ganzen “Hormoncocktail” auszuschütten. Besonders große Mengen werden von Adrenalin und Cortisol freigesetzt. Als Folge der erhöhten Stresshormonspiegel steigen Blutdruck und Puls. Blut strömt in die Muskulatur von Armen und Beinen, damit man schneller rennen oder stärker kämpfen kann und die schon erwähnten unnötigen Energieverbraucher wie die Verdauung werden heruntergefahren und die Schmerzempfindlichkeit wird herabgesetzt. All das dient einem Ziel: die Bedrohung zu meistern, indem die Energien des Körpers möglichst sinnvoll für die Gefahrensituation verteilt werden. Ist die Herausforderung dann bewältigt, beruhigen sich die Gehirnareale wieder und auch der Körper reagiert mit Entspannung. Dabei spielt der Hippocampus im Gehirn eine wichtige Rolle, der den Körper anweist, die Flut der Hormone zu zügeln, also die Produktion wieder einzustellen und Gegenspieler zu produzieren, die die Wirkung der Stresshormone mit abschwächen. Als ein Abbauprodukt entsteht körpereigenes Morphium, der Mensch fühlt sich wohl und das Belohnungszentrum im Gehirn registriert: “alles richtig gemacht”. Dadurch wird unser Körper belohnt und damit ermutigt, beim nächsten Mal wieder so zu reagieren, da es einen ja auch gerettet hat.

DAUERSTRESS MACHT KRANK

Schwierig und sogar krankheitsfördernd wird es allerdings dann, wenn unser Körper durch ständige Überlastung oder anhaltende Ängste, dauergestresst wird. In solchen Fällen sind erhöhte Pegel von den erwähnten Stresshormonen messbar, die nicht mehr richtig abgebaut werden. Eine Folge davon ist, dass Nervenzellen sich ausgerechnet im Hippocampus zurückbilden, der ja bei im Normalfall, wie eben beschrieben, dabei helfen die Entspannung einzuläuten.
Mediziner finden immer mehr Indizien dafür, dass die eigentlich nützlichen Stresshormone uns so richtig krank machen können. Sie lösen Herzkrankheiten, wie dauerhaft erhöhten Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkt aus. Ebenso Depressionen und andere psychische Erkrankungen, da der gestörte Hormonhaushalt auch die Neurotransmitter im Gehirn aus dem Gleichgewicht bringen. Ebenso wird das Immunsystem durch die hohen Cortisolwerte chronisch geschwächt und die Immunantwort unterdrückt, was man sich ja z.B. bei Autoimmunerkrankungen mit Cortisongaben zu Nutze macht.
In immer mehr Studien zu Diabetes, Arthritis und Krebs bestätigen die Forscher den schädigenden Einfluss von chronischem Stress. Die Psychoneuroimmunologie hat sich als wissenschaftliche Fachrichtung ganz diesen Zusammenhängen gewidmet. Es ist also nicht verwunderlich, ja vielmehr sehr erfreulich, dass von medizinischer Seite immer mehr darauf hingewiesen wird, dass es extrem wichtig ist, die Stresskreisläufe so früh wie möglich zu unterbrechen und Wege zur Entspannung zu finden.
Denn wenn sich die Verbindungen zwischen den Zellen im Hippocampus schon zurückgebildet haben, und so die Kommunikation der Zellen gestört ist, müssen sich diese erst wieder regenerieren und die Verbindungen müssen wieder hergestellt und trainiert werden, damit es dem Körper wieder möglich ist Entspannung herbeizuführen.

ENTSPANNUNG KANN TRAINIERT WERDEN!

Wenn man diese Fakten bedenkt, wird klar, dass das “Entspannungstraining” seinen Namen nicht ohne Grund trägt. Denn wie eben beschrieben müssen die Nervenverbindungen im Hippocampus tatsächlich erst wieder trainiert werden, damit Entspannung überhaupt wieder voll hergestellt werden kann. Das begründet auch, warum man besonders dann deutliche Verbesserungen bzw. persönliche Erfolge mit dem Entspannungstraining erleben kann, wenn man die Übungen wirklich regelmäßig anwendet. Besonders am Anfang ist regelmäßiges Üben absolut entscheidend, um den Lernprozess im Gehirn effektiv anzustoßen.

GEMEINSAM GUT FÜR SICH SORGEN

Um diesen Effekt möglichst ausführlich zu nutzen und diese neue Praxis motiviert in den Alltag zu integrieren bieten sich KURSE zum Erlernen einer Entspannungstechnik besonders an. Hier können die persönlichen Erwartungen und Erfahrungen ausgetauscht werden, es können ebenso alle anfallenden Fragen gestellt und durch den Kursleiter professionell beantwortet werden und der Erfahrungsaustausch motiviert zum täglichen Üben.

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